Das duale Ingenieurstudium (FIP) kann in Form eines Studiums mit ausbildungsintegriertem Vertrag – contrat d’apprentissage (für Studierende unter 30) absolviert werden. Die Zulassung erfolgt auf dem französischen Niveau Bac +2 : nach zweijährigem Studium.
Das Studium kann auch als Weiterbildungsstudium (für Studierende über 30) absolviert werden.

Der Abschluss trägt die Bezeichnung „Ingénieur diplômé de l’Institut National des Sciences Appliquées de Strasbourg, spécialité mécatronique“ in Partnerschaft mit dem ITII Alsace (Ingenieurtechnisches Institut der elsässischen Industrie). Organisation und verwaltungstechnische Verantwortung liegen beim CFAI – Centre de formation d’apprentis de l’industrie Alsace (Elsässisches Schulungszentrum für Industrieausbildungen).

 Ziele

Die Ausbildung von qualifizierten Ingenieur.innen mit Sinn für das Praktische, die in den Bereichen Mechanik, Datenverarbeitung und Elektronik in einem deutsch-französischen Kontext vielseitig und direkt einsatzfähig sind.

Mechatronik ist eine Kombination von Maschinenbau und Elektrotechnik, Automatisierungstechnik und Datenverarbeitung. Dieser multidisziplinäre Ansatz ermöglicht die Konzeption und Umsetzung komplexer Systeme (Verkehr, Robotik, Fertigung usw.). Mechatronik spielt heute bei allen technischen Erzeugnissen in sämtlichen Phasen des Produktzyklus eine wichtige Rolle.

Deutsch-französischer Rahmen

Dieses duale Studium findet in folgendem deutsch-französischen Rahmen statt:

  • Deutsch-französisches Umfeld im Unternehmen in Deutschland und/oder Frankreich (Kunden, Zulieferer, Unterlagen usw.)
  • Deutschkurse sowie  teilweise auf Deutsch stattfindender technischer Unterricht am INSA, die vorbereiten auf
  •  ein Hochschulsemester am Ende des zweiten Jahres an der Hochschule Karlsruhe oder Hochschule Offenburg in Deutschland, mit der Möglichkeit eines Doppelzertifikats

Aufbau des Studiums

Das duale Studium erstreckt sich über drei Jahre und umfasst eine akademische Ausbildung, die im Wesentlichen am INSA Strasbourg stattfindet, eine Ausbildung in einem Unternehmen in Deutschland und/oder Frankreich sowie ein Hochschulsemester in Deutschland.

Während des dreijährigen dualen Studiums werden die Studierenden individuell von jeweils zwei Tutor.innen betreut, und zwar jeweils eine.r aus dem Betrieb sowie aus dem Lehrkörper der INSA. Sie haben die gemeinsame Aufgabe, die Studierenden in verschiedenen Bereichen zu begleiten durch:

  • Auswerten  der Formulare am Ende jedes praktischen Ausbildungsblocks
  • Doppelbetreuung bei den wichtigsten Studienprojekten
  • Besuche im Unternehmen durch den akademischen Tutor
  • Teilnahme des Tutors aus dem Unternehmen an verschiedenen „Class Panels“ und an Sitzungen zur Weiterentwicklung des Studiengangs

Im ersten Jahr wechseln die Studierenden alle zwei Wochen zwischen Hochschule und Unternehmen (2 Wochen am INSA, 2 Wochen im Unternehmen).

Im zweiten Jahr wird das erste Semester hauptsächlich im Unternehmen verbracht und bereitet auf ein erstes selbständiges berufliches Projekt vor, das zweite Semester findet vollständig an einer Hochschule in Deutschland statt (kein Wechsel zwischen Hochschule und Unternehmen von März bis Ende Juli).

Im dritten Jahr vertiefen die dual Studierenden verschiedene Themenbereiche an dem INSA und bereiten ihr Studienabschlussprojekt (PFE) im Unternehmen vor.

 

Das duale Studium umfasst im Laufe der drei Jahre 60 Wochen akademische Ausbildung an der Hochschule, davon 20 Wochen in Deutschland, und 96 Wochen praktische Ausbildung im Unternehmen.

Ausbildung im Unternehmen

Das Unternehmen (in Frankreich oder Deutschland) hat die Aufgabe, ihre dual Studierenden in ihrer Entwicklung von Techniker.innen zu Ingenieur.innen zu begleiten und zu unterstützen.

Für jedes Studienjahr sind spezifische Ziele festgelegt:

Im ersten Jahr: Bewusstsein für das Unternehmen und sein Umfeld gewinnen sowie Beteiligung an technischen Aufträgen, im zweiten Jahr Umsetzung von immer größeren Projekten sowie im dritten Jahr die praktische Anwendung der erworbenen Kenntnisseim Rahmen der selbstständigen Durchführung eines „komplexen“ Projekts.

Kooperation zwischen IUT Louis Pasteur in Schiltigheim und INSA Strasbourg in Form eines Deutschmoduls

Eine Kooperation zwischen den beiden Hochschuleinrichtungen ermöglicht es den Studierenden des IUT Louis Pasteur, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und von einer Sonderregelung für die Zulassung zum dualen deutsch-französischen Studium in Mechatronik an der INSA zu profitieren.

Das Deutschmodul richtet sich an Studierende in den Studiengängen DUT génie industriel et maintenance und DUT mesures physiques mit ausreichenden Deutschkenntnissen (mind. B1 = 2. Fremdsprache in der Schule).

Mehr Informationen (auf Französisch) hier.

Kompetenzen von Mechatronikingenieur.innen

Bei der Mechatronik wird das Produkt in seiner Gesamtheit betrachtet. Mechatroniker.innen brauchen daher fachübergreifende und solide Grundlagen im Ingenieurwesen, die je nach Bedarf ausgebaut werden können.

Allgemeine Kenntnisse von Mechatronikabsolvent.innen des INSA Strasbourg:

  • Mechanische Konzeption von Systemen (Methodik der Produktentwicklung, CAD, Dimensionierung)
  • Auswahl und Integration von Aktoren und Sensoren
  • Einfache Programmierung in eingebetteten Systemen
  • Konzeption und Herstellung einfacher Chipkarten
  • Vorbereitung der Produktion auf einer digital gesteuerten Werkzeugmaschine
  • Einrichtung eines Versuchstands
  • Konzeption und betriebsfertige Umsetzung eines automatisierten Industriesystems unter Berücksichtigung seiner verschiedenen Bestandteile (mechanische, elektrische, automatische Bauteile usw.) (Industrie4.0)

Aus dem dualen Studium hervorgegangene Mechatroniker.innen verfügen insbesondere über hervorragende Kenntnisse im Bereich der Integration von Systemen und Komponenten aus den drei Disziplinen Mechanik, Elektronik und Informatik.

In diesem Rahmen können die Absolvent.innen sowohl in der Konzeption als auch in der Produktion zu Themen der Industrie 4.0 tätig sein:

  • Konzeption verbundener Maschinen und Produkte (z.B. Sensorintegration und Signalverarbeitung, Konzeption und Modellierung von Steuerungssystemen)
  • Produktion: Integration eines Prozesses oder eines verbundenen Geräts (z.B. Integration von Robotern/Cobots in die Produktionslinie, Integration von Problemen mit Feldbussen oder IP-Netzwerken)

Berufsaussichten

  • Ingenieurbüro: Produkt- oder Prozessgestaltung und VerbesserungsmanagementProduktion: Vorbereitung der Produktion, Automatisierung, Spezialmaschinen, Robotik-Integration
  • Prüfungsservice, Kontrolle, Versuchsstand, Validierung, Qualitätsüberprüfung
  • Engineering und Consulting: Organisationsstudien, technische Projekte Weitere technisch-wirtschaftliche Funktionen

Kontakte

Pädagogische Leitung des Fachbereichs: Marc Védrines

Verantwortliche für deutsch-französische Beziehungen: Lotta Resch, +33 (0)3 69 32 20 19

Studienassistentin: Françoise Bischoff, +33 (0)3 88 14 49 12

Dieser Studiengang wird in Kooperation mit dem ITII Alsace angeboten:

Micaèle Gelhausen, +33 (0)3 89 46 89 92