Das duale Ingenieurstudium (FIP) kann in Form eines grundständigen Studiums mit ausbildungsintegriertem Vertrag (contrat d’apprentissage) (Studierende unter 30) oder als Weiterbildungsstudium (Studierende über 30) absolviert werden. Der Abschluss trägt die Bezeichnung „Ingénieur diplômé de l’Institut National des Sciences Appliquées de Strasbourg, spécialité génie électrique, en partenariat avec l’ITII Alsace”, in Partnerschaft mit dem ITII Alsace (Ingenieurtechnisches Institut der elsässischen Industrie/„Institut des Techniques d’Ingénieur de l’Industrie d’Alsace“). Organisation und verwaltungstechnische Verantwortung liegen beim CFAI Centre de formation d’apprentis de l’industrie Alsace (Elsässisches Schulungszentrum für Industrieausbildungen).

Ziele

Die Heranbildung von Ingenieur.innen mit Sinn für das Praktische, die in der Elektrotechnik vielseitig und direkt einsatzfähig sind: Die Ausbildung bereitet auf eine Tätigkeit in der Industrie oder im Baugewerbe vor.

Ingenieur.innen, die Elektrotechnik im dualen Studium (FIP GE) studiert haben, sind in der Lage, technische, organisatorische, wirtschaftliche und personelle Aspekte von Projekten in den Hauptbereichen der Elektrotechnik zu behandeln: Elektrotechnik, Elektronik, industrielle Datenverarbeitung, Energie (Erzeugung, Verteilung, Verwendung), Steuerung und Systemarchitektur. Sie sind ebenfalls darauf vorbereitet, sich mit Fachleuten aus anderen Berufsfeldern auszutauschen.

Sie verfügen über vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten in den wissenschaftlichen und technischen Bereichen ihres Fachgebiets. Die Ausbildung nutzt auch die Kreativität und die fachübergreifenden Kompetenzen der Studierenden, insbesondere bei der Arbeit in interdisziplinären Projekten und Situationen.

Bildungsangebot

Es basiert auf:

  • Konzeption und Dimensionierung elektrotechnischer Lösungen
  • Entwurf, Dimensionierung und technische, finanzielle und verwaltungstechnische Betreuung von Projekten in Verbindung mit industriellen Energieversorgungsnetzen und Energieerzeugung
  • Entwurf, Konzeption und Entwicklung von komplexen Systemen und Systemen für einen neuen Aufgabenbereich, Industrialisierung von neuen elektrotechnischen Produkten
  • Tätigkeit als Projektingenieur.in

Das Studium dauert drei Jahre und umfasst einen akademischen Teil, der hauptsächlich vom INSA Strasbourg unterrichtet wird, sowie eine Ausbildung im Betrieb im zweiwöchigen Wechsel.

Akademische Ausbildung

Die akademische Ausbildung ist für die Aus- und Weiterbildungsstudierenden die gleiche und wird vom INSA Strasbourg durchgeführt. Sie umfasst 1800 Unterrichtsstunden (wovon 1465 verteilt auf 32 Wochen innerhalb von 2 Jahren in zweiwöchigen Unterrichtsblocks stattfinden). Hinzu kommen 600 Stunden für ein Studienabschlussprojekt (PFE) im letzten Jahr in Verbindung mit der Tätigkeit der Studierenden im Betrieb.

Ein Großteil der akademischen Ausbildung am INSA ist projektbasiert.

Beispiele für derartige Projekte finden sich auf den Blogs der Ingenieurstudiengänge Elektrotechnik und Elektrotechnik im dualen Studium.

In den wissenschaftlichen und auch in den technischen Fächern werden systematisch ingenieurtechnische Tools verwendet: Autocad Electrical, Autocad-Revit, Cane co BT, Etap, Finite Element Method Magnetics (FEMM), JAVA, Labview, Matlab-Simulink, Mechanical Concept Designer (MCD), MPLAB-X, PROTEUS, PSIM, SIMIT, TIA PORTAL, WAGO ETS/DALI.

Der Unterricht umfasst drei Schwerpunkte:

Wissenschaft und Technik im Beruf

Hauptbereiche:

  • Elektrotechnik: Stromversorgungsnetze, Industrienetze, Energie, Energieerzeugung erneuerbare Energien, Energieumwandlung, elektrische Maschinen
  • Industrielle Informatik, Motion Control/Bewegungssteuerung, intelligente Gebäude: Achsensteuerung, Automatisierungstechnik, Leistungselektronik, Feldbusse, Kommunikationsnetze, Supervision, speicherprogrammierbare Steuerung
  • Industrie 4.0, BIM, Zusammenarbeit: low-level Datenverarbeitung, Computersicherheit, digitale Fabrik und Gebäude, digitaler Zwilling, verbundene Sensornetze, IoT, Innovation, virtuelle Zusammenarbeit
  • Projektmanagement und Management: Unternehmensmanagement, Projektmanagement, Teammanagement, finanzielles Projektmanagement, geistige Eigentumsrechte, Innovationsmanagement.

Fachübergreifende Kompetenzen

Die Ausbildung umfasst Unterricht in Human- und Sozialwissenschaften sowie interdisziplinäre Projekte zwischen Fachbereichen und Spezialisierungen: Fremdsprachen, Projektmanagement, Arbeitsrecht, Kommunikation, Rechnungsführungs- und Finanzmanagement, Geschäftsführung, berufliche Nutzung von digitalen Anwendungen.

Allgemeine Wissenschaft und Technik

Der wissenschaftliche Teil macht ca. 25 % des Unterrichtsumfangs aus: Mathematik, angewandte Physik, numerische Berechnung, wissenschaftliche Berechnung, Modellierung. Diese Themen werden nach dem klassischen System (Vorlesungen, Seminare, praktische Arbeiten) unterrichtet, aber auch zu 50 % unter Verwendung digitaler Simulations- und Berechnungstools.

Ausbildung im Unternehmen

Die Ausbildung im Unternehmen umfasst insgesamt ca. 3000 Stunden und setzt für jedes Jahr ein anderes Ziel:

  • Integration und Kenntnisse über das Unternehmen und sein Umfeld im ersten Jahr
  • Vorbereitung auf die Durchführung technischer Projekte im zweiten Jahr
  • Praktische Anwendung von Kenntnissen, die bei einem komplexen Projekt (Studienabschlussprojekt) erworben wurden, das die Studierenden im zweiten Semester des dritten Jahres selbstständig durchführen

Während des Unterrichts werden unter Anleitung von Ingenieur.innen des Unternehmens, die das Tutorat übernehmen, verschiedene Projekte und Aufgaben durchgeführt. Die technische Komplexität und die Führungsaufgaben nehmen schrittweise zu und gipfeln im Studienabschlussprojekt, das sich mit einem Projektauftrag für junge Ingenieur.innen vergleichen lässt.

StudienabschlussprojekT

Das Studienabschlussprojekt (PFE) versetzt die Studierenden in eine Situation, in der sie die volle Verantwortung für eine Aufgabe übernehmen müssen, die ihnen vom Aufnahmeunternehmen anvertraut wurde. Das Projekt muss unternehmensbezogen sein und die beiden Dimensionen der Aus- und Weiterbildung kombinieren: die akademische und betriebliche Ausbildung. Die Mindeststundenzahl für dieses Projekt beträgt 600 Stunden.

Bei diesen Projekten gibt es zwei Formen:

  • Entweder eine gezielte Studie zu einer bekannten Thematik: Diese Studie beansprucht einen sehr großen Teil der Arbeitszeit. Natürlich müssen auch damit verbundene oder punktuelle Aufgaben im Unternehmen ausgeführt werden. Diese dürfen nicht im Bericht des Studienabschlussprojekts erwähnt werden.
  • oder die Übernahme einer Funktion, die derjenigen der Ingenieur.innen des Aufnahmeunternehmens entspricht. In diesem Fall kann das PFE die Form von zwei getrennten Projekten annehmen, die einen großen Teil der Gesamtarbeitszeit beanspruchen. Der PFE-Bericht muss die verschiedenen mit dieser Funktion verbundenen Tätigkeiten präsentieren und analysieren und den Umfang der geleisteten Arbeit darstellen.

Projektbasierte fachübergreifende Ausbildung

Während der Unterrichtsblöcke am INSA Strasbourg werden drei größere Projekte in Gruppen durchgeführt.

Die Studierenden haben Zugang zur gesamten auf den Plattformen verfügbaren Ausrüstung, einschließlich der drei Informatikräume mit ihren 48 Arbeitsplätzen und der gesamten erforderlichen Software.

Das Projekt „Interdisciplinary Design Project” im ersten Studienjahr

Ziel: Durchführung eines mehrere Fachbereiche übergreifenden Konzeptionsprojekts unter Beteiligung von Studierenden der Elektrotechnik, Mechatronik und des Maschinenbaus zu Fragestellungen aus diesen drei Fachbereichen.

Neben technischen und wissenschaftlichen Kenntnissen erwerben die Studierenden die Fähigkeit, mit Studierenden aus anderen Fachbereichen zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten.

Dieses Projekt wird von einer Englischlehrkraft und drei Mitgliedern des Lehrkörpers aus den Fachbereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Mechatronik betreut.

25 % des Unterrichts findet auf Englisch statt.

Das Projekt „IoT und verbundene Objekte/Internet des objets et objets connectés“ im zweiten Studienjahr

Ziel: Vertiefung der technischen und wissenschaftlichen Kenntnisse und Kompetenzen im Rahmen eines aktuellen Themas. Dieses Projekt umfasst die Analyse, Konzeption, Simulation und Umsetzung von Netzen verbundener Objekte. Dabei kann es sich um ein Sensornetz oder mit Aktoren verbundene SPS-Netze handeln.

Zu diesem Thema zählt alles, was sich in der Industrie miteinander verbinden lässt.

Dieses Projekt beschäftigt sich mit Hardware sowie low- und high-level Software vom Bauteil bis zu den Computerdaten.

25 % des Unterrichts erfolgt auf Englisch.

Das Projekt „Innovation und Forschung” im dritten Studienjahr

Dieses Projekt umfasst 82 Stunden und erfordert viel Einzel- und Gruppenarbeit. Es wird von einer Englischlehrkraft, der pädagogischen Leitung von FIP GE (d. h. einer Lehrkraft aus dem Beruf) und von fünf weiteren auf das behandelte Thema spezialisierten Lehrkräften betreut.

Ziel: Eine Antwort auf eine Fragestellung im Bereich F&E oder Innovation muss gefunden werden. Dabei handelt es sich zwangsläufig um eine fachübergreifende Frage, die mindestens drei Fächer umfassen muss, z. B.: Elektrotechnik + Leistungselektronik + Datenverarbeitung oder digitale Elektronik + Datenverarbeitung + Aktoren usw.

Je nach Projekt arbeiten die Studierenden entweder in einem der Forschungslabors des INSA Strasbourg oder in Projekträumen mit ursprünglich nicht für praktische Arbeiten (TP – travaux pratiques) vorgesehener industrieller Ausrüstung. Einige Beispiele für solche Projekte: Entwicklung eines von einem Mikrocontroller gesteuerten 1000V/400A Bremschoppers für die Straßburger Tram; Entwicklung einer Spritzpistole vom Typ 3D-Drucker nach dem Extruderprinzip. Die Anwendung dieses Verfahrens auf Spritzpistolen ist eine Innovation und wird vom LGECO -Forschungslabor mit Studierenden der Studiengänge Elektrotechnik und Kunststofftechnik umgesetzt; Messung und Kontrolle des Energieverbrauchs eines Gebäudes mit Entwicklung eines Messungs-Interface, Einrichtung des Webservers und Fernsteuerung mit einem Android-Tablet.

30 % der Projektarbeit erfolgt auf Englisch.

Unternehmensbesuche

Im zweiten Studienjahr finden drei bis vier Unternehmensbesuche statt. Ziel dabei ist, über die von den zukünftigen Ingenieur.innen gemachten Beobachtungen die verschiedenen Organisations- und Strategieformen eines Unternehmens aufzuzeigen. Jedem Aufnahmeunternehmen wird ein halber Tag gewidmet. Die Studierenden organisieren und gestalten den Besuch nach einem vierteiligen Programm:

  • Allgemeine Vorstellung des Unternehmens
  • Besichtigung
  • Technische Präsentation
  • Auswertung der halbtägigen Besichtigung durch die Teilnehmenden

Internationale aspekte

Studierende sollen die Möglichkeit erhalten, sich mit unterschiedlichen Arbeitsumfeldern und -traditionen vertraut zu machen und die Verantwortung für die Organisation des Aufenthalts selbst zu übernehmen. Die im Ausland verbrachte Zeit wird auf die Ausbildungszeiten im Unternehmen angerechnet.

Berufsaussichten

Hauptbeschäftigungssektoren:

  • Verkehrssektor (Luftfahrt, Automobilindustrie, Eisenbahn)
  • Allgemeine Industrie, Konsumgüter
  • Energieerzeugung, -management und -umwandlung
  • Stromversorgung und -transport
  • Elektrische und industrielle Ausrüstung
  • Öffentliche und private Forschungs- und Entwicklungszentren

Beispiele für Beschäftigungen:

  • F&E-Ingenieur.in
  • Konstruktionsbüro und Konstruktionsingenieur.in
  • Projektleitung
  • Prozess- und Versuchsingenieur.in
  • Prozessverbesserungsingenieur.in
  • Qualitätssicherungsingenieur.in
  • Vertriebsingenieur.in

Kontakt

Damien Flieller, Leitung des Studiengangs Elektrotechnik im dualen Studium

Françoise Bischoff, Studienassistentin

Gemeinsamer Studiengang von INSA Strasbourg und ITII Alsace :

Micaele Gelhausen +33 (0)3 89 46 89 92 – 06 88 63 89 10